2009 Comenius-Projekt „Kommunikation“

Das folgende Konzept ist die Grundlage für das Comenius-Projekt „Migration und Integration“, das von September 2009 – Juli 2011 an unserer Schule stattfindet. Die beteiligten Länder sind: Italien, Portugal, Slowakei, Niederlande, Türkei, Spanien, Bulgarien und natürlich Deutschland mit der FOS Friedberg.

„Kommunikation mit Menschen aus verschiedenen Kulturen und mit neuen Medien“

Die Beziehungen zwischen Menschen hängen von der verbalen und auch nonverbalen Kommunikation ab. Der Frage nach-zugehen, welche Aspekte eine Kommunikation erschweren und welche Aspekte zum Gelingen einer Kommunikation beitra-gen, ist vor allem im interkulturellen Kontext wichtig. Gelingende interkulturelle Kommunikation ist eine entscheidende Voraus-setzung für gegenseitiges Verstehen und Toleranz. Dass sich aber Menschen aus unterschiedlichen Ländern verständigen können, wird nicht nur durch die verschiedenen Muttersprachen erschwert, meist führen auch unterschiedliche Kulturstandards etc. zu Missverständnissen.

Ziel des Projektes ist es, das Bewusstsein für Kommunikationsprozesse zu fördern und Bedingungen kennen zu lernen, unter denen Kommunikation besser gelingt, sowie Ursachen für Missverständnisse zu erforschen. Ein besonderer Schwerpunkt soll darauf gelegt werden, dass sich die SchülerInnen der kulturellen Bedingtheit von Kommunikation bewusst werden. Dabei sollen sie auch lernen, wie typische Missverständnisse vermieden werden können. Ein Ziel ist auch, dass sich die SchülerInnen der Wichtigkeit des Fremdsprachenlernens, insbesondere der Fremdsprache Englisch, bewusst werden. Zudem soll in den Arbeitsphasen während der Treffen ausprobiert werden, wie mit neuen Kommunikationstechnologien Ergebnisse erarbeitet werden können. Danach sollen Vor- und Nachteile dieser neuen Medien thematisiert werden.

Im ersten Jahr soll zunächst anhand von Kommunikationsmodellen und Übungen untersucht werden, was Kommunikation im Allgemeinen ausmacht. Bei den Projekttreffen mit SchülerInnen verschiedener Länder soll dabei ein besonderer Schwerpunkt auf den interkulturellen Aspekt von Kommunikation gelegt werden. Es soll darauf eingegangen werden, wie interkulturelle Kommunikation gelingt, sodass der Nachvollzug des Standpunktes eines Anderen, seine Andersartigkeit und Kulturstandards möglich ist.

Im zweiten Jahr soll die alltägliche Kommunikation im Mittelpunkt stehen. Zum einen soll die Bedeutung von Redewendungen untersucht werden. Dabei soll auch verglichen werden, ob es in den anderen Sprachen ähnliche Redewendungen gibt. Zum anderen soll die Veränderung der Kommunikation durch die neuen Medien analysiert werden. Dies ist schon deshalb von Bedeutung, weil die heutige Schülergeneration diese häufig nutzt. In diesem Zusammenhang soll auch untersucht werden, ob es in der Nutzung der neuen Kommunikationsmöglichkeiten länderspezifische Unterschiede gibt. Zudem sollen interkulturelle Unterschiede in der Körpersprache thematisiert werden. Auch die Frage, was gelingendes Debattieren ausmacht, soll angesprochen werden.

In Projekttreffen sollen die SchülerInnen der beteiligten Länder ihre Ergebnisse, die sie an ihrer Schule erarbeitet haben, vorstellen und vergleichen. Bereits dadurch, dass bei den Projekttreffen SchülerInnen aus unterschiedlichen Ländern zusammen arbeiten, können die Besonderheiten interkultureller Kommunikation reflektiert werden. Zudem sollen im Rahmen eines Pro-jektstreffens Übungen zu gelingender interkultureller Kommunikation durchgeführt werden.

Zur Vorbereitung der Projekttreffen werden sich die SchülerInnen mit Hilfe der neuen Medien austauschen (E-Mail, Chat, Da-teiaustausch, auch über Etwinning, Videokonferenz). Dies ist insbesondere für das Thema „Kommunikation mit neuen Me-dien“ von Bedeutung.

Sowohl die Vorbereitung als auch die Projekttreffen sollen gemeinsam mit den SchülerInnen reflektiert und evaluiert werden.

1. Jahr: (interkulturelle) Kommunikation – Modelle und Anwendung
Vorstellung und Untersuchung von Kommunikationsmodellen
z.B. Schulz von Thun, Watzlawick, Eric Berne
– Gibt es unterschiedliche Kommunikationsmodelle in den verschiedenen Ländern?

Vorstellung und Untersuchung von
-verbaler Kommunikation
-nonverbaler Kommunikation
– Unterschiede in der Kommunikation zwischen Männern und Frauen (verbal, nonverbal)

Bedingungen einer gelingenden Kommunikation
aktives Zuhören
Ich-Botschaften

Alle Aspekte sollen auch im Hinblick auf eine gelingende interkulturelle Kommunikation untersucht werden. Landesspezifische Besonderheiten sollen thematisiert und verglichen werden.

Bei einem Treffen sollen sich die SchülerInnen kurze Momente im Klassenzimmer vorspielen. Diese werden dann gemeinsam kommunikationstechnisch, evtl. mit Hilfe von Modellen, untersucht.

Die SchülerInnen sollen die Ergebnisse in eigenen literarischen Produkten „verarbeiten“, indem sie Kurzgeschichten, Theater-stücke oder Gedichte schreiben, die von Missverständnissen in der (interkulturellen) Kommunikation handeln. Diese Stücke sollen vorgestellt, Theaterstücke wenn möglich aufgeführt werden.

2. Jahr: Kommunikation im Alltag
Bereits am Beginn des ersten Jahres soll auf der Etwinning-Plattform eine Art „Forum“ gestartet werden, das bis zum Ende des zweiten Jahres läuft. In diesem Forum sollen SchülerInnen der verschiedenen Länder Kommunikationsprobleme aus ihrem Alltag „posten“, andere SchülerInnen können dann Ratschläge erteilen, wie diese Kommunikationsprobleme gelöst werden können. Eine Sammlung der besten Ratschläge wird dann veröffentlicht.
Die SchülerInnen sollen nach Redewendungen in verschiedenen Sprachen suchen, deren Herkunft recherchieren, diese bei den Projekttreffen vorstellen und vergleichen. Diese Redewendungen sollen auf Englisch übersetzt, zunächst auf der Etwin-ning-Plattform und anschließend in einem mehrsprachigen Buch gesammelt werden.

Bei einem Projekttreffen soll speziell auf die Körpersprache in den unterschiedlichen Kulturen eingegangen werden. Die Schü-lerInnen sollen kurze Videosequenzen aufnehmen und ein illustriertes Wörterbuch der Körpersprache erstellen.

Die SchülerInnen werden Regeln entwickeln und trainieren, wie man eine gute Debatte führt (in Deutschland „Jugend de-battiert“), v.a. wie man jemanden überzeugt, wie man die andere Position mit einbezieht, Debattierregeln im Allgemeinen. Sie werden dies auch auf einem Projekttreffen ausprobieren und untersuchen, inwiefern es hier kulturelle Unterschiede gibt.

Darüber hinaus soll untersucht werden, inwieweit sich die Kommunikation durch neue Medien verändert (z. B. durch Handy, SMS, Internet-Plattformen, E-Mail, You-Tube, Chat).
Die Ergebnisse der unterschiedlichen Länder sollen verglichen werden. Gibt es hier Länderspezifisches?

Spezielle Themen könnten z.B. sein:
Sind Abkürzungen für SMS universal?

Folgende Produkte sollen dabei „entstehen“, die folgendermaßen verbreitet werden: (nur das Wichtigste, detailliert im Antrag auf Englisch)
• Artikel in den lokalen Zeitungen, den Schulwebseiten und der Projektwebsite über Projekttreffen, von Schülern geschrieben.
• Ausstellungen in den Schulen über Kommunikationsmodelle, Kommunikationsprobleme und Lösungen
• Material zu den verschiedenen im Projekt behandelten Themen, von den Schülern erstellt, das im Unterricht ver-wendet wird
• Alle Präsentationen (PowerPoint, Plakate, Videos,…), Berichte von Schülern und Fotos von Projekttreffen werden auf DVDs gesammelt und an alle Interessenten verteilt
• Die Resultate werden auf der Etwinning-Plattform gesammelt, gegenseitig verbessert und diskutiert.
• Mehrsprachige Bücher mit Redewendungen sowie eigenen Gedichten, Kurzgeschichten,… über interkulturelle Kommunikation und Probleme werden erstellt und an der Schule sowie an weitere Interessenten verteilt.
• Ein illustriertes Wörterbuch der Körpersprache in den verschiedenen Kulturen sowie Videos mit typischen Beispielen von kulturspezfischer Körpersprache werden erstellt und verteilt.
• Material, Ausstellungen und Bücher werden in der schuleigenen Bibliothek aufbewahrt, alle SchülerInnen und Lehr-kräfte haben Zugang dazu, sie werden dazu angeregt, dies auch in den weiteren Jahren im Unterricht zu nutzen.
• Wenn möglich, wird eine oder mehrere Theatergruppen ein selbst erstelltes Theaterstück zum Thema „Missverständ-nisse in der interkulturellen Kommunikation“ aufführen. Dazu sollen alle SchülerInnen, deren Eltern und andere Interessierte eingeladen werden.